Kraft der Grenzen II
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Ralf Walraff wählt den vermeintlich systematischeren Weg über das Maß. Wir kennen den Römer Vitruv, das geistige Vorbild für Leonardo Da Vincis berühmte Zeichnung, und vielleicht sogar den Griechen Polyklet, der in seinem nur in jüngeren Nachschriften erhaltenen Kanon die idealen Maßverhältnisse des menschlichen Körpers beschrieb.
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Walraff nun vermaßt tatsächlich die Welt, alles was auf ihr geht, steht oder darüber fliegen kann. Der goldene Schnitt ist sein Vehikel, sein Schlüssel zur Erkenntnis. Dazu überschreiben zahllose Grate und Linien, die Kreisbahnen oder geschlagenen Winkeln folgen, die fest gefügten Formen eines Körpers. Und der stammt vielleicht vom Menschen, zeigt das Gehäuse einer Schnecke oder ist/war ein Insekt oder ist der Rest eines Baumes, ein Ast vielleicht. Ja, es ist gerade so, als würden die jeweilige Figur und der von ihre beanspruchte Raum „aufgerechnet“, als sollte ein „Aufmaß“ genommen werden. Doch es liegt dem Ganzen weit weniger ein technisches, auch kein geografisches – und bitte schon gar kein anatomisches – Vergnügen zugrunde. Und Ralf Walraff verortet auf diese Weise auch keineswegs Seele, Geist und Gefühl. Er schafft sich damit vielmehr das Fundament für eine malerisch überaus anspruchsvolle, die Grenzen der Genres überschreitende Collage.






