Kraft der Grenzen III
Aus der Vielzahl der die Körperflächen und Räume durchziehenden Linien, Grenzen, entsteht eine bis in kleinste Einheiten geteilte Ebene, die alle anderen aufsaugt. Das Vorne und das Hinten, das Oben und das Unten werden ihrer angestammten Pflichten enthoben. Die Volumina werden in Flächen aufgelöst. Die Größen ebenso. Und in diese einzige Ebene mit ihren ungezählten Einheiten arbeitet der Maler hinein. Jedes Segment erfährt besondere Aufmerksamkeit, wird zu einem gemalten Unikat, wächst durch Farbe und Struktur zu einem Tal, einer Hochebene, wird ein Baustein von Bedeutung, der dann am Ende eines lange währenden Entstehungsprozesses seine Rolle spielen und das gesamte Bild von seinem Platz aus zusammenhalten wird.
Wäre der Begriff nicht längst so verunglimpft, ich spräche an dieser Stelle von Körperwelten.
Es entstehen Landschaften aus Körper, Fläche und Raum. Sämtliches greift ineinander. In der Musik wär’s ein Furioso bei dem jedes Instrument im Orchester zum Einsatz käme: Zuerst hört man gar nichts – sieht nichts – weil sich keine Struktur offenbart , nur Töne, unzusammenhängend – weil man nichts erkennt, heraushört, aber dann werden die vielen verschiedenen Klänge zusammengeführt – alles fügt es sich zu einem Bild – die warmen, samten legen sich ab, die hellen, schrillen greifen nach den Höhen.
Stefan Skowron, Aachen 2010
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KDG-09 |